<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?>
<?xml-stylesheet href="http://schreibmut.twoday.net/rss2html.xsl" type="text/xsl"?>
<rdf:RDF 
  xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" 
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
  xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
  xmlns:cc="http://web.resource.org/cc/"
  xmlns="http://purl.org/rss/1.0/"
> 

  <channel rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/">
    <title>Schreiblust auf Stichworte (10min Schreiben  - 2 Minuten lesen)</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/</link>
    <description>10min Schreiben  - 2 Minuten lesen</description>
    <dc:publisher>Thinkabout</dc:publisher>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:date>2016-03-26T14:31:56Z</dc:date>
    <dc:language>en</dc:language>
    <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
    <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
    <sy:updateBase>2000-01-01T00:00:00Z</sy:updateBase>
    <cc:license rdf:resource="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/" />

    <image rdf:resource="http://static.twoday.net/schreibmut/images/icon.jpg" />
    <items>
      <rdf:Seq>
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/1022425559/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/1022378375/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/948992403/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/876867693/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/706566687/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/434213585/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/326206367/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/239395812/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/219020837/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/109327308/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/109324344/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/109324135/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/49599887/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/49589372/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://schreibmut.twoday.net/stories/29763530/" />

      </rdf:Seq>
    </items>
  </channel>

  <image rdf:about="http://static.twoday.net/schreibmut/images/icon.jpg">
    <title>Schreiblust auf Stichworte</title>
    <url>http://static.twoday.net/schreibmut/images/icon.jpg</url>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/</link>
  </image>

  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/1022425559/">
    <title>Meinung</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/1022425559/</link>
    <description>&quot;Weiss nicht&quot; zu sagen, ist irgendwie uncool. Schulterzucken ist dennoch häufig. Fatalsimus für die Gleichgültigkeit, in der wir oft leben, ein zu grosses Wort. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir bilden uns ja doch laufend eine Meinung. Sie ist oft eher schon ungefragt da und manchmal viel zu schnell kund getan. Meinung will oft recht haben, obwohl sie nicht weiss. Sie hat was gehört und das in der eigenen Vorstellung verdichtet. Sie ist das Ergebnis einer mehr oder weniger grossen Begabung, die Komponenten des eigenen Wissens oder dessen, was man dafür hält, zu einer Konklusion, einer Schlussfolgerung verdichten zu können. Und dann ist Meinung auch oft schon Wahrheit für uns. Und im Zweifelsfall, also, wenn sie angezweifelt wird, muss sie verteidigt werden. Deswegen fällt Menschen, die gut argumentieren können, ein Sieg fast immer zu: Sie haben das letzte Wort. Sie können bei ihrer Meinung bleiben. Und das ist oft schade. Und im Grunde eine Form der Armut, und nicht etwa ein Privileg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn die Meinung recht behalten muss, dann lernt sie nicht. Wenn die Meinung aber bedenken will, nicht nur zum Denken Anlass geben will sondern auf das gleiche Angebot hofft, dann wird daraus - eine Diskussion, womöglich gar ein Gespräch. Was zur vertieften Meinungsbildung führt, bzw. dazu, überhaupt in die Lage zu kommen, sich eine Meinung zu bilden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer in eine Diskussion steigt, in der Absicht, mehr Ansätze, Anstösse, Informationen zu bekommen, um wirklich zu einer eigenen Meinung zu kommen, der disputiert nicht um des Disputierens willen, er bemüht sich um die Findung der eigenen Position, abgesichert durch den Widerspruch, der vor der eigenen Überzeugung nicht Bestand haben konnte. Meinung bestärkt nicht nur nach aussen, sondern auch nach innen. Meinung mag nicht bilden, aber ausbilden: Die Fähigkeit, mit dem beschränkten Wissen, das wir alle haben, einen Weg beschreiten zu können, eine Sicht anzunehmen, in dessen Blickfeld sich weitere Orientierungen anbieten werden.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Mensch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2015 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2015-04-30T18:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/1022378375/">
    <title>Freundschaft</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/1022378375/</link>
    <description>Freundschaft ist ein ganz starkes Gefühl. Eine Sicherheit. Freundschaft beruht auf Vertrauen und gewinnt durch die Erfahrung immer noch mehr Tiefe. Freundschaft gründet auf Verlass und lässt sich doch nicht erklären. Denn sie ist nicht objektiv. Ein Freund ist sich bewusst, dass sein tolles Gegenüber oder Nebensich für andere ein Niemand sein mag - aber er wird das nie verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wird seinen Freund auch nicht erklären wollen, denn würde er das tun und könnte er sich dabei hören, empfände er das als entwürdigend für seinen Freund. Freunde müssen sich einander nicht erklären, und doch tun sie es gerne und freiwillig, haben sie auch nur die geringste Angst, sie könnten für einmal nicht wirklich verstanden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freunde können sich auch kabbeln, ja streiten, aber sie behalten stets dieses innere Wissen, dass der andere im Zweifelsfall der beste Anwalt ist, der vorstellbar ist. Freundschaft ist ein Geschenk, das man sich nicht verdienen - das man aber verspielen kann. Du kannst viele Fehler machen, kannst Dich vergaloppieren, irgend einem Trip aufsitzen und dabei queres Zeug reden oder machen - von einem Freund lässt Du Dich auf den Boden zurück holen. Er kann und darf Dir die Kappe waschen und sich Dinge erlauben, die Du von einem Zweiten nicht annehmen und bei einem Dritten einfach überhören würdest. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freundschaft ist eine Bande, die Krisen aushält und sie überwinden hilft. Und hat die Freunschaft selbst eine Krise, so hat dieses Band womöglich ein stilles Gewissen, eine Erinnerung,ja ein Wissen, dass jenseits aller Eitelkeit und betupfter Nabelschau ein Miteinander besteht, das nur die zwei verspielen können - aber kein Anwurf von aussen. Was für ein Gut! Was für ein Grund, sich gegenseitig immer wieder Arbeit und Einsatz für diese Freundschaft zu schenken!</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2014 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2014-12-16T00:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/948992403/">
    <title>Zynismus</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/948992403/</link>
    <description>Zynismus ist pure Rhetorik, die messerscharf daher kommt. Ich schneide die Worte ab, die ein anderer gar nicht mehr denken, geschweige denn aussprechen soll. Ich spüre blossen Unmut. Unwillen. Alles in mir ist auf Rechthaberei gestellt, ich mag den Konflikt nicht aushalten - oder gestehe dem andern gar nicht erst zu, mit mir einen Konflikt zu führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zynismus kann nicht streiten. Zynismus schlägt zu, und dann die Türe zu. &lt;br /&gt;
Zynismus ist eine Schutzhaltung, manchmal auch ein Angriff auf Vorrat: Vorbeugung, weil man ahnt, was einem blühen könnte, liesse man sich auf Repliken ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zynismus ist für Rhetoriker eine grosse Versuchung. Wer gut formulieren kann, den verbalen Zweihänder auszupacken versteht, und sich dann auch noch gerne reden hört, der teilt schon mal aus, wenn der Gegner schon am Boden liegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zynismus ist verschlagen, bösartig, er blendet hundert Dinge aus, um auf dem einen anderen Ding rumzureiten. Und er ist selbstgefällig, wird oft aus einer eigenen Verletzung heraus heraufbeschworen, und wenn dem Rhetoriker dann nicht Paroli geboten wird, kann man sich wunderbar darin suhlen. Wunderbar? Verheerend! Denn solche Zyniker werden zu sehr einsamen Menschen, die sich am Ende nur noch bestätigen können, dass die Welt so schlecht ist, wie sie diese selber sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zynismus findet kaum Beifall. Lachen kann man darüber ganz bestimmt nicht, allenfalls mag man schäbig grinsen, wenn jemand anders sein Fett wegkriegt. Zyniker sind bösartig, und man wird ihnen immer unterstellen, dass sie sich einfach selbst nicht aushalten und deshalb über die Welt hinweg kotzen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich zynisch werde, habe ich mich verloren. Dann ist es wirklich Zeit, die Klappe zu halten und zu sehen, dass ich nicht noch mehr anrichte. Wieder in die Spur kommen und aus dem Zynismus heraus Fragen zu stellen beginnen, kann helfen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum mache ich das? Vielleicht folgt dann eine Entschuldigung gegen aussen - und vor allem eine Versöhnung gegen innen.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Mensch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2014 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2014-08-07T15:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/876867693/">
    <title>Einheit</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/876867693/</link>
    <description>Wir legen Wert auf Individualität. Wir suchen die Selbstbestimmung und vor einigen Jahren sprachen wir immer von unserer Selbstverwirklichung. Das höre ich weniger oft, fällt mir gerade auf. Wahrscheinlich, weil wir angesichts des Eindrucks härterer Zeiten schon froh sind, einen Job und unser Auskommen zu haben. Wir sind atemloser geworden und hetzen der Sorglosigkeit hinterher. Die Einheit von Körper und Geist werden wir dann haben, wenn wir &quot;es geschafft haben&quot;. Wie wenn das abhängig wäre von einem Etat, von einem Auskommen. Körper und Geist sind gerade dann eine Einheit, wenn nichts Äusseres die Balance stören kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nach Einheit strebt, nach Gemeinschaft, Einvernehmen, macht sich gerne und schnell der Gleichmacherei schuldig. Deutschtümelei ist verpönt, und jede Nationalität, wird sie betont, ist verdächtig. Vielleicht gibt es ja die Utopie des vereinten Europas, einer EU, die zur Einheit der Europäer wird. Einheit bedeutet Harmonie, Verbundenheit, Zugehörigkeit. Wenn ein Team eine Einheit bildet, dann ist es &quot;kompakt&quot;, bügelt der eine die Fehler des andern aus, wirkden die Stärken zusammen und bildet sich ein Schild des Schutzes und der Geborgenheit. Einheit ist drinen, Zwietracht bleibt draussen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kostüm, eine Kleidung, die zusammen passt, bildet eine Einheit, korrespondiert, die Farben spielen zusammen, der Schnitt fliesst. Die Einheit kann spannend sein, aber sie regt das Auge nicht auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einheit ist das kleinste Teil von allem Vielen. Es ist das, was in uns allen wohnt, die Verbundenheit mit der Natur, deren Teil wir sind, mögen wir es auch meistens vergessen haben. Einheit ist Identität, das, was sich nach unserem Verständnis und unserer Überzeugung nicht spalten lässt, von keinem Zweifel bedroht wird. Die meisten von uns haben Grundwahrheiten, die sie hochhalten. Es sind die Einheiten, mit denen sie sich ihr Leben bauen.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Gemeinschaft</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2014 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2014-05-16T21:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/706566687/">
    <title>Wachstum</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/706566687/</link>
    <description>Bäume wachsen in den Himmel, und sie verwurzeln sich. &lt;br /&gt;
Menschen wachsen in die Breite, und entfernen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir reden von Wachstum und meinen das Mehr an Wohlstand, Einkommen, Konsum, Habitus, Anerkennung, Erfolg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und je grösser dieses Mehr, um so mehr finden wir, dass ein jeder seines Glückes Schmid sei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir verlieren den Boden. Mit Wachstum meinen wir nicht Zeit, Erkenntnis, Bodenhaftung. Unsere Sinnfindung berührt immer weniger die Seele. Gott ist tot. Und der nächste Reibach die einzige Wahrheit. Den grossen Schnitt machen, den Wettbewerb annehmen und bestehen. Das scheint alles zu dominieren. Idealisten sind Gutmenschen, und lacht man über sie, so merkt man nicht mal mehr, was man selbst verloren hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sieg des Kapitalismus, diese grenzenlose Möglichkeit, das System wirtschaftlicher Gesetzmässigkeiten so zu implementieren, dass der Einzelne abgefedert bleibt - wir haben es so was von gründlich verpasst. Denn wir huldigen dem Wettbewerb wie dem goldenen Kalb, und wir verkennen dabei, dass der blanke Wettbewerb nichts anderes verspricht, als dass es am Ende nur einen Sieger gibt. Denn der Wettbeweb gibt sich nie zufrieden, er hört nie auf. Der Sieg kann immer noch vollständiger sein. Wenn da drei sind, fressen zwei den dritten - und sind es noch zwei, so will einer die alleinige Herrschaft. Und erreicht er sie, so wird er das Rad so überdrehen, dass er doch untergeht. Das ist das Einzige, was sich gleich bleibt und woran wir am Schluss am Schopf gepackt werden und doch wieder Natur werden, also Staub. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn es gibt keine Sieger über andere. Es gibt nur Sieger, die mit sich selbst leben und lieben lernen. Die also wirklich gewachsen sind.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Mensch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2014 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2014-02-24T21:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/434213585/">
    <title>Selbstbestimmung</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/434213585/</link>
    <description>In unser Gesellschaft ist das &quot;Selbst&quot; in aller Munde: Selbstverantwortung (gerne politisch gebraucht als Aufforderung an andere, den Steuerzahler nicht zu behelligen), Selbsterkenntnis, Selbstverwirklichung, sie vor allem, Selbstbestimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben können in Freiheit und Selbstbestimmung - das wollen wir alle. Vorausgesetzt dabei ist, dass wir diese Freiheit auch füllen können - doch dies kommt hinterher, im Feldversuch, wenn wir dann zurück blicken und sehen, mit wie viel Müll wir unsere Zeit füllen, die wir doch ursprünglich mal &quot;selbst&quot; zur Verfügung hatten...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Selbstbestimmung reklamieren wir also gerne für unser Leben - und wir wünschen sie uns auch für den Tod. Wir haben alle Angst vor den Schläuchen und Maschinen, aber noch viel mehr Bammel vor dem Sterben, dem Tod. Wir sagen, der Tod macht uns keine Angst, aber die Schmerzen... Aber ob das stimmt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstbestimmt sterben können, entscheiden dürfen, wann genug ist, eine Behandlung verneinen können und darin verstanden werden - oder wenigstens respektiert. Das ist viel, und meist mehr, als das, was wir mit dem Programm der Selbstbestimmung eigentlich mit der Gesellschaft abgemacht haben. Zumindest die eigene Familie, Angehörige, nahe Personen, reagieren gerne unwirsch, unverständig, zurückweisend auf diesen Akt der Verweigerung, der bedeutet: Ich will gehen, und auch du hältst mich nicht hier. Wenn jemand Abschied nehmen will, und man ist selbst nicht bereit dazu, dann gilt ein letztes Mal, dass die Selbstbestimmung immer auch Ansprüche anderer zurückweist. Und nicht nur fremde Erwartungen, sondern auch solche aus dem eigenen engen Umkreis, der eben ein Kreis ist, den jetzt jemand durchbrechen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Selbst ist zu Anfang und Ende ein Ego, das allein seinen Weg gehen muss. Wenn es das will, und den Zeitpunkt bestimmt, ist es für andere immer zu früh. Oder es bricht erst jetzt auf, wie viel Leid zuvor schon war, das wir geflissentlich übersehen haben. Selbstbestimmung meint auch: Herr über die Wahrnehmung zu sein, was man selbst erleidet. Sich nicht sagen lassen, was genug, zuviel oder zuwenig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstbestimmt leben und sterben bedeutet, keinen Menschen zwischen sich und Gott zu lassen. So es ihn gibt, so wohnt er in diesem Selbst, und ein gläubiger Mensch ist vielleicht nie so souverän in seinem Selbstverständnis, wie in der Weise, in der er die Reise zu seinem Gott antritt - so es die medizinischen Umstände überhaupt erlauben - in einer Welt, die den Tod oft negiert und je länger je mehr schlicht als Niederlage begreift.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Mensch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2013-06-30T12:43:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/326206367/">
    <title>Enteignung</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/326206367/</link>
    <description>Eine Obrigkeit beschliesst einseitig, dass mir was weg genommen werden soll. Die Autorität, der ich mich im Rahmen der Regeln, auf die ich mich verlasse, stets untergeordnet habe, ändert diese Regeln und verfügt, dass sie mir mein Eigentum wegnehmen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir wird der Boden unter den Füssen weg gezogen. Das, worauf ich meinen Willen, für mich und meine Lieben zu sorgen, gründete, der Ort, an dem ich mein Erspartes sicher glaubte, wird aufgesperrt und ausgeräumt. Ich werde beraupt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft ist dieser Schritt, muss man ihn denn erleben, nur der letzte Schritt einer Entwicklung, in der ich mich mit Widrigkeiten konfrontiert sehe: Ungerechte Bezahlung und mangelnde Renten gehen voraus. Rund um den zweiten Weltkrieg konnte ich auch der falschen Ethnie angehören und darum für einen Krieg mitbezahlen, der nicht zuletzt die Ausrottung genau dieser Ethnie zum Ziel hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer enteignet, bricht Recht - und korrumpiert damit auch sich selbst. Der Staat, der enteignet, ist nicht länger der selbe. Er wird zum Schurken, mag er auch ein Räuber aus der Not sein, ein Hungerleider, der sich nicht anders zu helfen weiss. Es bleibt Unrecht und ein Vorgang, der das Vertrauen zwischen ihm und den Menschen, die seine Bürger sein und ihn als solche mittragen sollten, zerstört. Da wird eine Bande zerschnitten, und eine bittere Lehre verkündet: Du bist ein Einzelner, hilf dir also selbst, sonst hilft dir keiner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Treffen Enteignungen nicht alle, und das tun sie häufig nicht, oder nicht im gleichen Mass, so ist die Versuchung gross unter den glimpflich Davongekommenen, die Angelegenheit herunter zu spielen oder an bestimmt zuvor eingespielte übermässige Pfründe zu erinnern. Es bleibt dabei: Ab diesem Zeitpunkt sind wir alle Angehörige eines Staates ohne Bürgergewissen - und wir wissen nie, wann sich dieser Staat gegen uns selbst richten wird.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Gemeinschaft</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2013-03-19T17:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/239395812/">
    <title>Winterblues</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/239395812/</link>
    <description>Normalerweise hat man als Flachländer im Winter den Blues. Es fehlt die Bedrohung, die mächtige Kraft der Natur, der schwere Schnee auf dem Schieferdach und die eingeschneiten Wegbegrenzungspfähle am Strassenrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dafür bekommt man als Städter ein undefinierbares Gemisch von Matsch, Kälte, Personen in Bussen, die niesen und einen an der Grippe teilhaben lassen, noch mehr sinnloser Talk übers Wetter und mindestens fünf voreilige Ankündigungen des nahen Frühlings, bevor der nächste Kälteeinbruch obige Erfahrungen erneut abrufbar macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dieses Jahr ist irgendwie alles anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben Schnee. Schnee und nochmals Schnee. Normalerweise sind 30 Tage mit Schnee schon sehr viel. Mit liegen bleibendem Schnee. Dieses Jahr pegelt sich das Thermometer knapp unterhalb der Regenfallgrenze ein, so dass uns der Schnee erhalten bleibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun also Eistage. Erst wollte ich sie nicht haben. ich mag es nicht kalt. Doch nun geniesse ich es. Weil der Schnee auf den Bäumen gefriert, haben wir nun eine verschneite Winterlandschaft, wie sie sonst nur in Bergdörfern anzutreffen ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt nicht einfach Schnee im Vorbeigehen auf Dächern, Zinnen und Ästen. Er malt eine Landschaft, er lässt Zeit nicht nur für ein schnelles Foto, sondern für eine Staffelei. Dafür ist zwar auch nicht Zeit, ich weiss, aber selbst das Schneeschippen macht keine Mühe. Denn, es ist erstaunlich selten nötig. Oder dann ist der Schnee nicht schwer, sondern flockig und recht trocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nehme ich sogar in Kauf, dass der Pflug regelmässig dann vorbei kommt, wenn ich eben die Garageneinfahrt geschippt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst die Nachbarin nimmt das gelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist einer dieser Winter, die einen lehren: Es ist schön, vier Jahreszeiten zu haben. Es ist schön, zwischen der Vorfreude auf wärmere Tage den Augenblick zu geniessen und sich das Wetter nicht anders zu wünschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fahren Sie sorgsam, aber geniessen Sie es auch, dazu angehalten zu werden, weil das schöne Leben eben auch lebensgefährlich ist. Mindestens im Ansatz davon eine Ahnung zu haben, das schadet gar nichts, im Gegenteil. Es macht lebendig. In vier Sprachen übers Jahr verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterblues? Wintermärchen! In einer wahren Geschichte.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Natur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2013-02-10T17:58:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/219020837/">
    <title>Information</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/219020837/</link>
    <description>Wir finden, Information ist wichtig. Wir folgen diesem Impuls jeden Tag und &quot;informieren&quot; uns. Die tägliche Tagesschau, das Echo der Zeit über Mittag - BBC -Nachrichten in gewissen Krisenregionen. &lt;br /&gt;
Wir informieren uns - und entsprechend wichtig ist der Status, den diese Nachrichtenboten für uns haben, denn, wenn wir genau auf uns achten, dann stellen wir fest: &lt;br /&gt;
Wir informieren uns - und nehmen dabei für bare Münze, was wir lesen. Wir stellen noch nicht mal in Rechnung, dass jeder Betrachter, Korrespondent und Reporter nicht nur einen persönlichen Blickwinkel hat, wir vergessen auch, dass das, was er selber wahrnimmt und verarbeitet ein persönliches Erleben und Deuten ist, das nur einem Erleben unter Tausenden entsprechen kann. Und dann hören wir uns sagen: &lt;br /&gt;
In Palästina IST dies und das &quot;eine Sauerei&quot;. Oder wir sind für oder gegen ein Regierungsprogramm, einen Krieg etc. Wir fühlen uns gestützt, bestätigt oder überzeugt durch Berichte, Kommentare und Reportagen. Und die Macht des Bildes ist ganz besonders stark, by the way. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt, im Zeitalter von Facebook und vor allem Twitter hat sich die Information verselbständigt, die Quellen sind nicht mer unitär oder gar elitär, sie sind vielfältig geworden - und die Tatsache, dass sich der Twitterschwall nicht oder kaum aufhalten, kanalisieren oder filtern lässt, veranlasst uns dazu, eine neue Demokratie der Informationsfreiheit aufziehen zu sehen - eine, die autonom ist, weil nicht kalkulierbar - und sie kommt direkt aus dem brodelnden Herd des Konflikts. Wir halten die Lobrede auf Facebook und Twitter und ihre Bedeutung für den arabischen Frühling, wir freuen uns über die Mühe, die diktatorische Regime haben, den Inflationsfluss einzdämmen oder zu unterbinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese Freude dürfte von kurzer Dauer gewesen sein. Wenn das Internet und Twitter je unschuldig waren - von Facebook hat das niemand wirklich erwartet, schon von dessen Anlage her nicht - dann dürfte das mit dem Gaza-Konflikt vorbei sein. Denn nun wird uns sehr offensichtlich vor Augen geführt, dass die Parteien selbst den Kampf über Twitter führen - mit Information und Desinformation. Und da die Urheeber der Tweets anonymisiert auftauchen und wieder verschwinden, ist der Wahrheitsgehalt der Inhalte erst recht nicht zu prüfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn uns dann die eine Seite eine bewusste Manipulation der andern Seite vorführt, dann fühlen wir uns selbst sofort beschissen - und auch dieser Möglichkeit beraupt - mögen wir auch die Meldungen der einen Seite retweeten, weil wir uns längst eine Meinung gebildet haben - eine subjektive eben. Aus welchen Quellen auch immer.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Mensch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2012-11-18T18:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/109327308/">
    <title>Bulldogge (französische)</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/109327308/</link>
    <description>Diese leicht wulstigen Vierbeiner mit dem Knautschgesicht und der scheinbar ganz besonders feuchten Schnauze können einen wirklich triefend traurig aus ihren tränenden Augen ansehen. Wohl kein anderer Hund hat ein so starkes inneres Missverhältnis zwischen kleiner Statur und aggressiver innerer Energie. Na ja, immerhin lässt seine gedrungene Statur erahnen, dass man ein ziemliches Kraftbündel vor sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann ist da der Name, der Warnung genug ist: Bulldogge. Mag die französische Variante auch die kapriziösere, noch etwas kleinere sein, ich weiss es nicht, aber wecken möchte ich die Geister in diesen Viechern auch da nicht. Immerhin wurden sie tatsächlich ursprünglich gezüchtet, wie es der Name sagt, um Bullen anzufallen - in ziemlich aberwitzigen Wettspielchen, wie sie nun mal uns Menschen so einfallen, wenn wir dummerweise etwas freie Zeit zum Vertreiben versinnleeren müssen. &lt;br /&gt;
Und dann erinnere ich mich da noch an eine Krimifigur, einen dicken Anwalt, der ständig so einen asthmatischen Vierbeiner auf dem Ledersofa in seiner Kanzlei liegen hatte, mit dem er in trüben Momenten um die Wette röcheln konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hunde, finde ich, gehören eigentlich ins Freie. Dafür hat der Mensch die Hundehütte erfunden. Da es dafür aber einen Garten braucht, und Mensch seine Lust am Fell und an den Streicheleinheiten, die man darauf verteilen kann, aber nicht bändigen kann, hat er scheinbar die Redimensionierung seines Bedürfnisses auf Stubenmasse zum Zuchtprinzip erheben müssen. Mit dem Ergebnis, doch noch eine Art Lebewesen ein ziemlich beschwerliches Dasein fristet - mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa sechs Jahren werden Bulldoggen weniger als halb so alt im Durchschnitt wie Artgenossen, die weniger degeneriert sind, nein, degeneriert wurden.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Allerhand Sachen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2012-07-10T08:04:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/109324344/">
    <title>Sommerhitze</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/109324344/</link>
    <description>Ist sie da, ist sie ein Thema, und zwar ein quälendes, geschaffen für den schlimmsten Small Talk, und fehlt sie, ist sie es auch - wieder kein richtiger Sommer...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sommerhitze, wir wollen uns jetzt ernsthaft mit ihr beschäftigen, trägt gerade dieses Jahr so deutlich und gewaltig wie schon lange nicht mehr das in sich, das allen grossen Kräften eigen ist: Das pure Gegenteil. Je schwüler die Hitze, um so gewaltiger das Gewitter, das darauf folgen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hagelschauer, wie wir sie hier erleben, kenne ich nirgends sonst auf der Welt... Es ist, als würde sich zuvor die ganze Atmosphäre elektrisch aufladen, und es fühlt sich an, als würde eine unsichtbare Hand den Sauerstoff ins Blaue heben und uns darunter nur die Schwüle lassen, welche die Zunge austrocknen lässt, während die Haut nassgeschwitzt sich klebrig mit dem bestimmt falschen Textil, das wir gerade anhaben, verbindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sommerhitze bringt uns aber auch die Zeitlupe bei, die Entschleunigung. Plötzlich ist es allgemein verständlich, dass die Uhren langsamer laufen, und die Südländer sind gar uns nicht mehr so fremd mit ihrer Siesta von zwölf bis vier. Die faulen Säcke, zu denen wir sonst höchstens blicken, wenn wir in die Ferien fahren, sind plötzlich die Lebenskünstler, die wir zu imitieren versuchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Sommerhitze hat der Mensch den Ventilator erfunden - und die Klimaanlage. Und sich damit das Phänomen erschaffen, mitten in der absolut totenstill stehenden Luft verschnieft und erkältet zu sein. Den Himmel überlisten können wir eben nicht, höchstens die Welt, die wir uns in einen Raum sperren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasse es Sommer werden, aber nicht zu heiss, Petrus, und dann Winter, aber nicht zu kalt... Wir sollten vor allem eines von den Südländern lernen, vielleicht an Wissen in langen Siestas errungen: Es kommt, wie es kommt. Lass es uns erwarten...</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Natur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2012-07-05T22:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/109324135/">
    <title>Tumor</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/109324135/</link>
    <description>Diese verdammte Wucherung. Kein Wort ist so dunkel, so bedrohlich, wie dieses. Ich sehe sogleich Röhren vor mir, tunnelgrosse Kanonen, mit denen diagnostiziert, bestrahlt und geschossen wird, weggebrannt, personifizierte Wucht menschlicher Wut gegen alles Zerstörerische - mit ungewissem Ausgang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und irgendwo da drin der Mensch, herein geschubst in die Röhre der Angst, die ihn fortan umklammert hält. Vielleicht war er eben noch draussen spazieren, vor dem Arztermin, hat in die Sommersonne geblinzelt und sich auf die Ferien gefreut - und sich vorgenommen, für die zweite Jahreshälfte vieles anders zu machen, besser. Noch besser. Jetzt aber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, jetzt aber. Jetzt ist alles anders geworden, bevor man es anders machen konnte. Und wir, die wir den Menschen kennen lernten, wollen ihn nicht verlieren. Es darf nicht sein, soll nicht sein. Wir reden gut zu, jeder kennt jemanden, der therapieren kann, plötzlich gibt es für alles nur eine Adresse. Oder gar keine. Atemlos sind wir, weil uns die Luft abgeschnitten wird, und wir kommen ins Hetzen, fern aller wirklichen Gedanken. Wir müssen stark sein für den Betroffenen, müssen begleiten, positiv denken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klarsichtig wird dabei, wenn, dann nur einer: Der, bei dem der Tumor wohnt. Raumforderung. Ein medizinischer Ausdruck, der so absurd wie richtig klingt. Wenn man ihn zum ersten Mal hört, lacht er einen aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tumore wachsen, schnell oder langsam. Wir schneiden sie raus, verbrennen, vergiften sie. Weg mit ihnen, im Wettlauf mit der Zeit, wobei wir, natürlich, nur unterstützen, was der Körper eh versucht. Es darf nicht sein, was uns irgendwann allen geschieht, egal, wie wir es benennen, welchen Namen und welches Programm das Sterben für uns haben wird. Krebspatienten sind krank, bevor sie es wissen. Sie sind nicht mit einem Schlag gesünder oder kränker, und doch ist alles anders. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht braucht es unendlich Mut, zu kämpfen, vielleicht braucht es aber auch den Mut, inne zu halten. Wenn die Zeit um einen herum schon stehen bleibt, dann setzen wir uns eben mal hin. Und fragen: Wie geht es Dir?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krankheit aushalten, die Krankheit des Liebsten, der Lieben, der Vertrauten, heisst, Fragen aushalten, sitzen bleiben ohne Antworten, die eigene und die Ohnmacht der Patienten ertragen. Wir müssen nicht glauben, wir wären nur mit einem Ratschlag hilfreich. Wir sind es auch mit unserer Angst. Einfach nicht flüchten vor dem Tumor. Denn er gehört nun zu dem lieben Menschen. Zumindest gerade jetzt.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2012-07-05T15:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/49599887/">
    <title>Idee</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/49599887/</link>
    <description>Eine Idee - ein Gedanke, wie wir ihn vielleicht zu tausenden tagtäglich haben. Aber manchmal, ganz selten vielleicht, steht er uns zuvorderst - und wenn wir ihn dann packen, dann, ja dann kann er vielleicht ein Sämchen werden, das wir in die Erde pflanzen, dorthin, wo in unserem Kopf der Mut wächst, um ein Projekt wirklich anzugehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist läuft es ja anders: Wir sind gegenüber unseren Impulsen, unseren Ideen, die ersten Kritiker, und die gnadenlosesten. Wir schmeissen jede spontane Idee in die Tonne, als würden wir damit uns selbst gleich noch tadeln wollen, gleichsam erschreckt ab so viel Originalität. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo kommt sie eigentlich her, so plötzlich, diese Idee? Und wie ändern wir unsere Reflexe und nehmen einmal auf, was uns so alles an einem Tag einfällt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie wäre es mit Aufschreiben? Heute haben wir iPad, Handy-Notizfunktion oder den guten alten Stift samt Zettel meist gar nicht unerreichbar weit weg. Wenn wir &quot;es&quot; aufschreiben, fangen wir den Gedanken einmal ein und legen ihn hin. Nicht wirklich weg. Auf jeden Fall liegt er noch nicht in der Tonne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee hat mit uns zu tun. Wo auch immer sie herkommt, sie ist eine Reaktion auf unsere Empfindungen und Wahrnehmungen, ein Stück Kreativität - und auch ein Indikator dafür, was wir in unserem eigenen Leben verbessert haben möchten. Ideen sind Leben, Lebendigkeit, das Ergebnis von Neugierde und Mut zu Naivität und Farbe. Vielleicht aber ist die Idee auch eine ganz praktische Schwester und legt eine einfache Änderung der eigenen Organisation nahe - und schon haben wir davon für viele weitere Handreichungen des weiteren Lebens eine Hilfe für uns geschaffen. Oft ist es doch so: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind uns gar nicht bewusst, wie viel gestalterische Kraft unser Hirn tagtäglich aufbringt, wie praktisch wir eigentlich sind. Wenn wir uns aber beobachten lernen, werden wir feststellen, dass da viel mehr wäre - wir müssten es nur zulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Appetit kommt mit dem Essen. Und um eine Idee zu verwirklichen, sind oft weitere Ideen gefragt. Wir können davon eine ganze Menge entdecken - und dabei selbst unser Leben farbiger machen, zum Erlebnis. Selbst dann, wenn die Ideen scheitern - NACHDEM wir sie geprüft haben.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Mensch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2011-10-31T14:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/49589372/">
    <title>Schock</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/49589372/</link>
    <description>Wir können es in den Nachrichten hören, und haben den Ausspruch wohl auch selbst oft sehr schnell auf den Lippen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas &quot;Schlimmes&quot; geschieht - und wir sind schockiert. Das Wort hat eine inflationäre Häufung erfahren - und nutzt sich dabei ab. Dabei müssten wir uns doch selbst bei den furchtbarsten Ereignissen immer auch fragen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bedeutet unsere Reaktion? Liegt ein solches Geschehen nicht immer in der Natur des Lebens? Da es keine Garantien auf Unversehrtheit gibt, ist jede Form von Katastrophe immer möglich. In der Art und Weise, wie wir solche Dinge kommentieren, legen wir auch offen, wie weit weg wir von diesem Bewusstsein in unseren sorglosen Alltagsverstrickungen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders störend wird es, wenn wir &quot;schockiert&quot; sind über Dinge, die nach  Hörensagen geschehen, also gewissermassen weit weg sind (und im Grunde bleiben). Denn, sind wir ehrlich, kurz nach dem &quot;Schock&quot; hat uns unser Alltag wieder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre es da nicht viel ehrlicher, tiefgründiger und wertvoller, wir würden das nächste schockierende Ereignis dazu benutzen, uns wieder einmal bewusst zu machen, dass nichts, wirklich rein gar nichts an unserem nächsten guten Tag selbstverständlich ist. Und würde bei uns allen nicht mehr Platz für einen Moment der Trauer bleiben, wenn wir das mit dem Schock ganz speditiv hinter uns liessen und dem Leid wirklich einen Moment Aufmerksamkeit schenken würden? Hinter dem Schock als Sensation steckt unsere eigene Angst - oder die sofort einsetzende Verdrängung eines Verlustes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist dieser Verlust ein tatsächlicher, berührt er mein eigenes Leben, stirbt ein Freund oder geschieht ein Unglück, ein Unfall in meinem engen Bekanntenkreis, so ist doch erst recht &quot;Schock&quot; ein untaugliches Wort. Wir sind bestürzt, aufgewühlt, traurig, hilflos, möchten die Uhr einen Tag zurück drehen und eine Weiche stellen können - und wir hadern mit dem, der es an unserer Stelle nicht getan hat, egal, ob wir überhaupt an ihn glauben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer schockiert ist über ein bestimmtes Verhalten anderer, das er nicht goutieren mag, ist auch in diesem Urteil oft so vorschnell, wie laut: Niemand muss billigen, was andere tun, und er kann und soll es für sich selbst mit jenen Regeln halten, die ihm Orientierung und Sicherheit geben - und seinen Nächsten mit ihm. Wer aber schockiert ist, möchte am Ende ganz schnell mit anderen im Verbund den Zeigefinger erheben - das kann mich immer wieder mal tatsächlich schockieren - wobei auch ich mit dieser Aussage ganz bewusst schon eine gewisse Polemik ins Spiel bringe - einen Hader, der sich eine Korrektur des Faktischen wünscht...</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    <dc:subject>Mensch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2011-10-22T19:12:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/stories/29763530/">
    <title>Ausländer</title>
    <link>http://schreibmut.twoday.net/stories/29763530/</link>
    <description>Ausländer - das sind &quot;die anderen&quot;. Die Fremden. Oder wir, sobald wir ins Ausland fahren. Das vergessen wir gern, weil wir dabei womöglich die Anspruchshaltung des Touristen mit uns führen, die uns erwarten lässt, dass man uns für unser Geld unterhält. Oder aber wir gefallen uns in unserer Weltläufigkeit und in der Bereitschaft, mit ein paar Worthülsen in fremder Sprache unsere kosmopolitische Ausstrahlung zu beweisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausländer kommen aus Ländern. Je fremder uns diese sind, um so fremder und bedrohlicher müssen die Menschen sein, die von da kommen. Um sich in ihrer Haut zu denken, reicht es aus, sich vorzustellen, wie wir wohl agieren würden, wenn wir Ausländer in deren Land wären? Die wirtschaftliche Diskrepanz lässt uns vom hohen Ross hinunter sagen, dass wir ja nicht im Traum daran denken müssten, dass... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade unser Wohlstand rührt aber (auch) daher, dass viele unserer Vorfahren selbst bereit auf Wanderschaft gingen, sich als Ausländer behaupteten - während jüngere Generationen in jenem Wohlstand sitzen, den Gastarbeiter vor Ort für uns mit erschaffen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausländer bringen Kultur mit. Immer. Eine eigene. Sie sind der wohl mindestens so nah wie wir der unseren. Oder näher. Und womöglich ist genau das ein Problem für uns. Ausländer zu sein, bedeutet, beobachtet zu werden. Geprüft. Beurteilt. Und jedermann scheint ein Recht darauf zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wäre, wenn kein Ausländer je daran denken würde, unser Land zu besuchen? Wenn alles an uns für sie Ausland wäre? Fremd. Unattraktiv. &lt;br /&gt;
Dass dem nicht so ist, hat kaum mit unseren Betonköpfen zu tun. Sondern mit integrativer Kraft, aus der gemeinsame tolle Projekte werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Alinghi. Ein Schweizer Projekt mit sehr vielen Ausländern. Es ist genau diese Art der Vereinigung im gemeinsamen Ziel, welche uns stark macht. Und die Ausländer bei uns von Exoten zu Bürgern macht. Für einen weiten Horizont voller Neugier auf das Fremde, das kennen gelernt werden will. Darum brauchen wir auch Ausländer, die nicht Ausländer bleiben wollen.</description>
    <dc:creator>Thinkabout</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 Thinkabout</dc:rights>
    <dc:date>2011-06-29T11:08:00Z</dc:date>
  </item>


<textinput rdf:about="http://schreibmut.twoday.net/search">
   <title>find</title>
   <description>Search this site:</description>
   <name>q</name>
   <link>http://schreibmut.twoday.net/search</link>
</textinput>
<cc:License rdf:about="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/">
   <permits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Reproduction" />
   <permits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Distribution" />
   <requires rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Notice" />
   <requires rdf:resource="http://web.resource.org/cc/Attribution" />
   <prohibits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/CommercialUse" />
   <permits rdf:resource="http://web.resource.org/cc/DerivativeWorks" />
</cc:License>

</rdf:RDF>
