Vergessen
Vergessen gehen. Aus dem Gedächtnis fallen. Nicht erinnert werden. Wir vergessen, was noch zu tun gewesen wäre. Wir fallen anderen ins Wort, weil wir sonst Angst haben, zu vergessen, was unbedingt noch gesagt werden muss....
Wir leben alle in dieser unserer heutigen Welt, in der es eine Phrase bleibt, wenn wir sagen: Wenn's wichtig genug ist, wird es Dir wieder einfallen. Nein! Wie soll ich darauf vertrauen?! Abgesehen davon werde ich älter, habe Stress und darum schlicht einfach keine Zeit, die Margarine später extra kaufen zu gehen, wenn ich sie jetzt vergesse.
Wieviele Menschen habe ich vergessen? Wem wollte ich jetzt noch schreiben? Schon lange. Ich weiss. Ich habe es immer wieder vergessen. Warum? Einen Brief schreibe ich nicht eben mal rasch, nur weil die Person mir einfällt. Und für den zusätzlichen Aufwand, für die Hinwendung, fehlt mir die Zeit, und ja, im Moment gerade vielleicht auch die Lust. Ist das schlimm?
Ja und Nein. Ehrlich ist es, wie immer, wenn man dabei niemandem in die Augen schauen muss. Aber auch traurig, weil das, was ich dann statt dessen tue, nicht zwangsläufig mehr Gehalt für mich hat und mich mehr ausfüllt.
Und doch gehen mir Menschen nur dann vergessen, wenn sie sich entfernen. Ihre Bilder in meinem Kopf werden schwächer, und wenn sie wieder auftauchen, schrecke ich irgendwann nicht mehr auf oder meine Seele regt sich nicht mehr. Ich lasse das Boot, in dem sie sitzen, abwärts gleiten...
Ähnlich kann ich vielleicht vergessen, was mich verletzt hat. Ich kann die Gedanken irgendwann in ein Boot setzen, zu diesen Menschen, und irgendwann auch in Gedanken nicht mehr dazu steigen, sondern es gleiten lassen. Wir fahren auf dem gleichen Strohm, es begegnet mir also immer wieder, aber ich bekomme einen eigenen Rhythmus, und irgendwann kann ich den Gedanken ihren Lauf lassen und das Erinnern wird erst nicht mehr zwanghaft, dann umkreist es mich nicht mehr, und schliesslich ist es ein Teil einer Geschichte, die zwar nicht schöner geworden ist, deren Traurigkeit aber ein Teil meiner Weisheit wird, während ich vorwärts schaue in meinem Boot und die Kraft fühle, die den Planken gleitende Schwerelosigkeit beschert... ich schliesse die Augen und lasse die Gedanken fliessen, weggleiten, gespannt, welche neuen mich erreichen werden, dort vorn, hinter der Kurve...
Wir leben alle in dieser unserer heutigen Welt, in der es eine Phrase bleibt, wenn wir sagen: Wenn's wichtig genug ist, wird es Dir wieder einfallen. Nein! Wie soll ich darauf vertrauen?! Abgesehen davon werde ich älter, habe Stress und darum schlicht einfach keine Zeit, die Margarine später extra kaufen zu gehen, wenn ich sie jetzt vergesse.
Wieviele Menschen habe ich vergessen? Wem wollte ich jetzt noch schreiben? Schon lange. Ich weiss. Ich habe es immer wieder vergessen. Warum? Einen Brief schreibe ich nicht eben mal rasch, nur weil die Person mir einfällt. Und für den zusätzlichen Aufwand, für die Hinwendung, fehlt mir die Zeit, und ja, im Moment gerade vielleicht auch die Lust. Ist das schlimm?
Ja und Nein. Ehrlich ist es, wie immer, wenn man dabei niemandem in die Augen schauen muss. Aber auch traurig, weil das, was ich dann statt dessen tue, nicht zwangsläufig mehr Gehalt für mich hat und mich mehr ausfüllt.
Und doch gehen mir Menschen nur dann vergessen, wenn sie sich entfernen. Ihre Bilder in meinem Kopf werden schwächer, und wenn sie wieder auftauchen, schrecke ich irgendwann nicht mehr auf oder meine Seele regt sich nicht mehr. Ich lasse das Boot, in dem sie sitzen, abwärts gleiten...
Ähnlich kann ich vielleicht vergessen, was mich verletzt hat. Ich kann die Gedanken irgendwann in ein Boot setzen, zu diesen Menschen, und irgendwann auch in Gedanken nicht mehr dazu steigen, sondern es gleiten lassen. Wir fahren auf dem gleichen Strohm, es begegnet mir also immer wieder, aber ich bekomme einen eigenen Rhythmus, und irgendwann kann ich den Gedanken ihren Lauf lassen und das Erinnern wird erst nicht mehr zwanghaft, dann umkreist es mich nicht mehr, und schliesslich ist es ein Teil einer Geschichte, die zwar nicht schöner geworden ist, deren Traurigkeit aber ein Teil meiner Weisheit wird, während ich vorwärts schaue in meinem Boot und die Kraft fühle, die den Planken gleitende Schwerelosigkeit beschert... ich schliesse die Augen und lasse die Gedanken fliessen, weggleiten, gespannt, welche neuen mich erreichen werden, dort vorn, hinter der Kurve...
Thinkabout - 2007.05.02, 20:04
eine positive Nachricht...
Auch die unwichtigsten Kleinigkeiten würden wir behalten, den Geschmack des Spinats, den wir als Kind nicht mochten, bis zum Outfit der Kollegin heute: alles jederzeit präsent....
DA wirds einem schwindelig :-)
Eigentlich wieder mal eine recht sinnvolle Einrichtung unseres genialen Körpers! Aber es kommt noch besser!
Im Gegensatz zu dem Brainstorming das Du betreibst (und das ich sehr bewundere!) ist es mir ja erlaubt, mal in die Wikipedia zu schauen, und eine recht erfreuliche Meldung da herauszufischen:
Vergessen geschieht selektiv. Nach dem so genannten Peters-Prinzip werden Ereignisse in Abhängigkeit von ihrem emotionalen Gehalt vergessen. Dinge, die uns gleichgültig sind, werden schneller vergessen als Dinge, die starke Emotionen hervorrufen. Dinge die mit positiven Emotionen verbunden sind, werden - bei gleicher Stärke der Emotionen - nicht so leicht vergessen, wie Dinge die mit negativen Emotionen verbunden sind.
Heißt das dann, daß wir im Alter zu Optimisten werden? :-)